Email Marketing in Singapore
Email Marketing wird von Singapurer KMU trotz seines Potenzials für Kundengewinnung und -bindung noch wenig genutzt – hier erfährst du, wie du zielgerichtete Datenbanken aufbaust und kostspielige Fehler vermeidest.
Dieser Beitrag wurde 2007 geschrieben. Einige Details können sich seitdem geändert haben.
Ich habe heute das Adwords Learning Center durchgesehen und möchte noch einmal betonen, dass ein ganzheitlicher Ansatz die Richtung ist, die Marketing-Profis einschlagen sollten.
Folgender Auszug stammt aus dem Google Adwords Learning Center, Einführung in das Google Content Network: "...Suchseiten machen weniger als 5% des Internets aus... und das ist sogar ein noch kleinerer Teil davon, wo Web-Nutzer ihre Zeit verbringen. Kaufentscheidungen werden im gesamten Web getroffen – auf Suchseiten, Vergleichsseiten, Fachinformationsseiten, zielgerichteten Newslettern usw."
Als Teil des Prozesses, potenzielle Kunden zu beeinflussen, widme ich diesen Beitrag zielgerichteten Newslettern oder Email Marketing. Der Kontext der Diskussion bleibt dabei natürlich Singapur.
Anders als Search Engine Marketing (Pay per Click oder Search Engine Optimization) ist Email Marketing ein Konzept, das die Menschen kennen. Jeder mit einer E-Mail-Adresse dürfte schon mindestens eine oder zwei Werbe-E-Mails erhalten haben. Und wenn du dich in Online-Foren, Newslettern oder für Online-Transaktionen anmeldest, bekommst du wahrscheinlich noch deutlich mehr Werbe-E-Mails.
Email Marketing erfüllt im Wesentlichen zwei Grundfunktionen (alle mit dem Ziel, Umsatz oder Umsatzpotenzial zu steigern):
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Kundengewinnung: Produkteinführungen, Promotionen, Gratisangebote, Lead-Generierung usw.
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Kundenbindung: News-Updates, CRM usw.
Bisher habe ich in Singapur nur Unternehmen gesehen, die Email Marketing für die oben genannten Funktionen einsetzen. Große Player (Banken, Reisebüros, Fluggesellschaften usw.) nutzen Email Marketing sehr häufig. Für KMU in Singapur ist der Einsatz von Email Marketing oder EDM noch recht begrenzt. Die Gründe dafür sind ziemlich klar. Um Email Marketing (EDM) effektiv einzusetzen, benötigst du:
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Datenbank mit Namen und E-Mail-Adressen
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Guten Inhalt / gutes Design
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System / Software zum Versand
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Performance-Tracking
1. Datenbanken mit Namen und E-Mail-Adressen:
Es gibt zwei Arten: eigene Datenbanken mit Kunden/Interessenten/Abonnenten oder gemietete Datenbanken von anderen Unternehmen. Wichtig bei Datenbanken: Du musst deine Datenbank kategorisieren, zum Beispiel nach Geschlecht, Altersgruppe, Einkommensniveau, Interessen, Position usw. Wie du kategorisierst, bleibt dir überlassen – es muss jedoch zu den Geschäftspraktiken deines Unternehmens passen.
Wenn dein Unternehmen im B2B-Bereich tätig ist, brauchst du wahrscheinlich "Funktionsbezeichnung" als Kriterium in deiner Datenbank, da es viele Anlässe gibt, bei denen du nur Entscheidungsträger ansprechen möchtest.
Große Unternehmen haben normalerweise bereits eine eigene Kundenbasis, sodass sie Updates und Produktneuheiten an diese Gruppe schicken können. Dank ihrer Finanzkraft können sie bei Bedarf hochwertige Datenbanken von Drittanbietern kaufen und damit höhere Rückläufe erzielen.
Für KMU ist die Datenbank sehr begrenzt, und in vielen Fällen gibt es keine konsolidierte Liste mit sauber aufgeschlüsselten Kategorien. Eine weitere Herausforderung für KMU sind die Kosten für das Mieten hochwertiger Datenbanken von Drittanbietern. Wir alle wissen, dass eine zielgerichtete Datenbank nicht günstig zu haben ist. Der Preis kann von SGD $0,10 – $0,20, $0,50 pro E-Mail-Adresse reichen.
Wenn du eine Datenbank von einem Drittanbieter mietest, frag unbedingt, wie die Datenbank aufgebaut wurde. Das ist eine entscheidende Frage, die du nicht vergessen solltest. Der Grund: Das Schlimmste wäre, eine E-Mail an jemanden zu schicken, der sich nie angemeldet hat. Wenn du Pech hast, triffst du einen verärgerten Empfänger, und dein Markenname ist dahin.
Interessant zu wissen: In Singapur gibt es Unternehmen, die Menschen dafür bezahlen, E-Mails zu lesen. Diese Personen werden dafür bezahlt, die Mails zu öffnen, auf Links zu klicken und die Websites der Werbetreibenden zu besuchen. Das ist gut und schlecht zugleich. Gut, wenn du dir bewusst bist, dass die gemietete Datenbank dafür bezahlt wird, deine E-Mails zu lesen. Natürlich ist es schlecht, wenn du davon keine Ahnung hast und annimmst, dass diese Personen echtes Interesse an deinen Produkten oder Dienstleistungen haben.
2. Guter Inhalt / gutes Design
Das Thema erklärt sich von selbst. Normalerweise musst du einen Gesamtplan ausarbeiten, wann du die E-Mail-Blasts verschickst, und für jeden Blast festlegen, was der Inhalt ist. So vermeidest du Missverständnisse oder Überschneidungen.
Außerdem: Wenn du den Gesamtplan ausarbeitest, achte auf die Häufigkeit, mit der du E-Mails an Abonnenten sendest. Du möchtest ihnen nicht jeden Tag eine E-Mail schicken. :) Bisher sind die meisten Unternehmen in Singapur da ziemlich rücksichtsvoll.
Noch ein Hinweis: Nach dem Anti-Spam-Gesetz müssen Werbetreibende in der Betreffzeile kennzeichnen, wenn sie Werbe-E-Mails versenden. Zudem muss innerhalb der E-Mail ein Abmelde-Link oder eine klar verständliche Anleitung zum Abmelden enthalten sein.
3. System / Software zum Versand von E-Mails:
Leider gibt es nicht viele Unternehmen mit Sitz in Singapur, die diesen Service anbieten. Die meisten Anbieter kommen aus den USA oder dem Ausland. Und als asiatisches Land gibt es viele Werbetreibende und Marketing-Manager, die einen persönlichen Ansprechpartner bevorzugen, den sie anrufen können, wenn sie Probleme haben.
Das stellt ebenfalls eine Barriere für den Einsatz von Email Marketing auf dem Singapur-Markt dar.
Wenn dein Unternehmen einen eigenen Server/ein eigenes Tool zum Versand von EDMs hat, löst das alle Probleme :) Sei jedoch vorsichtig mit der Versandrate – du möchtest nicht von einem ISP (Internet Service Provider) gesperrt werden. In Singapur gibt es ohnehin nur wenige ISPs.
4. Performance-Tracking:
Nach einigen Artikeln solltest du inzwischen wissen, dass Performance-Tracking genauso wichtig ist wie jeder andere Teil des Prozesses. Man kann nichts verbessern, was man nicht messen kann. Für Email Marketing sind einige der grundlegenden Tracking-Parameter:
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Delivery Rate: E-Mail-Zustellrate
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Bounce Rate: Du schickst 1.000 E-Mails – wie viele bounzen zurück?
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Open Rate:
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Internal Link Open Rate: Wenn du einen Link zu deiner Website einbaust – wie viele Empfänger klicken auf deinen Link?
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Unique Opens / wiederholt geöffnete E-Mails
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Öffnungszeit/-datum
Das sollte für einen einführenden Beitrag über Email Marketing ausreichen. Die Diskussion darüber, wie Email Marketing in deine Gesamtmarketingstrategie passt oder wie es mit Search Engine Marketing zusammenarbeitet, geht über den Rahmen dieses Beitrags hinaus.
Abschließend möchte ich den heutigen Beitrag mit einer interessanten Marketing-Definition aus dem The Economist beenden:
"If the circus is coming to town and you paint a sign saying, 'Circus is coming to Fairgrounds Sunday,' that's Advertising. If you put the sign on the back of an elephant and walk him through town, that's a Promotion. If the elephant walks through the Mayor's flower bed, that's Publicity. If you can get the Mayor to laugh about it, that's Public Relations. And, if you planned the whole thing, that's Marketing." ~ Anonymous