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"Destined for War: Can America and China Escape Thucydides' Trap?" by Graham Allison - a good read

Ich war verblüfft von den frappierenden Ähnlichkeiten zwischen den heutigen US-China-Spannungen und 16 historischen Fällen, in denen aufstrebende Mächte etablierte herausforderten – 75 % endeten im Krieg.

Wie viele von Euch habe ich die US-China-Beziehung in den letzten Jahren verfolgt – zunächst durch die Nachrichten, die ich aber schnell als zu reaktiv und zu reißerisch empfand und die kritische Themen nicht tief genug analysierten. Dann wandte ich mich Debatten und Vorträgen verschiedener Sprecher, Denker und Historiker zu. Unter vielen Sprechern, Politikern und Denkern habe ich Kevin Rudd, den früheren Premierminister Australiens, als besonders aufschlussreich und offen zu diesem Thema gefunden. Ich empfehle folgende Vorträge von ihm: Kevin Rudd on the U.S.-China Trade War vom November 2019 sowie Are China and the US doomed to conflict?.

Ich kenne dieses Buch "Destined for War: Can America and China Escape Thucydides' Trap?" von Graham Allison, weil Kevin es in verschiedenen Vorträgen immer wieder empfiehlt und darauf verweist. Es ist ein Pflichtlektüre für alle, die verstehen wollen, wie sich die US/China-Beziehung in der Zukunft entwickeln könnte – indem man lernt, was in 16 Fällen passiert ist, in denen eine aufstrebende Macht in den letzten 500 Jahren eine herrschende herausgefordert hat.

  • Es ist prägnant und erhellend.

  • Ich bin verblüfft von den frappierenden Ähnlichkeiten zwischen dem, was gerade zwischen den USA und China passiert, und dem, was früher zwischen Deutschland und Großbritannien (Anfang des 20. Jahrhunderts), Deutschland und Frankreich (Mitte des 19. Jahrhunderts), England und der Niederländischen Republik (Mitte bis Ende des 17. Jahrhunderts) usw. passiert ist.

  • Vor diesem Buch kannte ich Thukydides nicht. So eine Schande! Dieses Zitat lässt mich nicht los: "Es war der Aufstieg Athens und die Angst, die dieser in Sparta auslöste, die den Krieg unvermeidlich machte."

  • Ich erfahre, dass es in den letzten 500 Jahren sechzehn Fälle gab, in denen eine aufstrebende Macht eine etablierte herausgefordert hat. Was nicht erfreulich ist: 75 % dieser Fälle endeten in Kriegen. Die verbleibenden 4 Fälle, die nicht zu einem Krieg führten, geben uns Hinweise für die Zukunft.

  • Das Thema ist komplex, aber die gesamte Erzählung des Buches macht es leichter verständlich. Es enthält auch eine kurze Passage über Xi Jinping, den Menschen. Um Lee Kuan Yew zu zitieren: "Er [Xi Jinping, der wahrscheinlich kommende Präsident Chinas] ist reserviert – nicht in dem Sinne, dass er nicht mit Dir spricht, sondern in dem Sinne, dass er seine Vorlieben und Abneigungen nicht verrät. Auf seinem Gesicht liegt immer ein freundliches Lächeln, egal ob Du etwas gesagt hast, das ihn geärgert hat. Er hat Eisen in seiner Seele, mehr als Hu Jintao, der in den Reihen aufgestiegen ist, ohne die Prüfungen und Widrigkeiten zu erfahren, die Xi ertragen hat."

  • Es bietet auch einen prägnanten Vergleich zwischen den US-amerikanischen und chinesischen Zivilisationen und ihren kulturellen Unterschieden auf fundamentaler Ebene. Viele Autoren wie Martin Jacques haben darüber gesprochen, aber mir gefällt Grahams geradlinige, präzise Darstellung. (Du kannst auch Martins Buch "When China Rules the world" lesen.)

  • Was die Erwartung des Westens betrifft, dass China "sich beeilen und so werden soll wie wir", weist Graham auf das hin, was die USA während ihres eigenen Aufstiegs getan haben, als sie Großbritannien als globale Hegemonialmacht am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, insbesondere während der Präsidentschaft Theodore Roosevelts, ablösten. Es ist erhellend, diese Ereignisse kennenzulernen, und vielleicht kann das etwas Bescheidenheit vermitteln.

Das Buch endet nicht mit konkreten politischen Empfehlungen. Lies es und Du wirst verstehen, warum Graham sich dafür entschieden hat.

Ich hoffe, Du genießt dieses Buch genauso sehr wie ich.

Viele Grüße, Chandler

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