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Ray Dalios neueste Warnungen zu geopolitischen Spannungen im Check

Ray Dalios neueste Warnungen verbinden innenpolitische Polarisierung mit wachsenden Kriegsrisiken zwischen Großmächten – doch seine drastischen Prognosen könnten übertreiben, wie nah wir dem Systemzusammenbruch wirklich sind.

Für diejenigen, die meinen Blog schon länger verfolgen: Ihr wisst, dass ich Ray Dalios Arbeit seit Langem aufmerksam verfolge. Er hat kürzlich zwei weitere Artikel auf LinkedIn veröffentlicht, die seinen vorsichtigen – ja sogar alarmierten – Blick auf die zunehmenden globalen Konflikte unterstreichen. Dalio sieht Ereignisse wie den Israel-Hamas-Krieg und Russlands Invasion in der Ukraine als Schritte in Richtung eines Großmächtekriegs, am besorgniserregendsten zwischen den USA und China.

Wie in seinen früheren Werken analysiert Dalio aktuelle Ereignisse durch das Prisma historischer Zyklen und seines eigenen analytischen Rahmens aus fünf Kräften, die globale Trends antreiben. Er verweist häufig auf Konzepte wie den „Big Cycle" des Aufstiegs und Niedergangs von Imperien sowie auf spezifische Wendepunkte, an denen eingedämmte Konflikte zu offenem Krieg eskalieren. Bevor du in Dalios aktuelle Artikel eintauchst, solltest du vielleicht meinen früheren Beitrag über seine Langzeitprognosen lesen: 'The changing world order'.

Das Scheitern von Kevin McCarthy – ein weiterer Schritt weg von der Demokratie und in Richtung Bürgerkrieg

In seinem Artikel vom 5. Oktober konzentriert sich Dalio auf den Kontext der sich verschlechternden innenpolitischen Parteienpolarisierung in den USA und nutzt die Absetzung von Kevin McCarthy als Sprecher des Repräsentantenhauses als aktuelles Beispiel. Er argumentiert, dies schüre innere Unordnung und erhöhe die Risiken für „eine Art Bürgerkrieg".

Ein weiterer Schritt in Richtung internationalem Krieg

In seinem Artikel vom 12. Oktober verlagert er sich auf die Beurteilung der Israel-Hamas- und Russland-Ukraine-Kriege. Dalio sieht diese als wahrscheinlich auf einen breiteren regionalen oder sogar globalen Konflikt ausgeweitet, sofern die Großmächte nicht vom Abgrund zurücktreten. Er zieht explizite Parallelen zur Vorkriegszeit des Ersten und Zweiten Weltkriegs und befürchtet, die aktuellen geopolitischen Spannungen könnten einen Dritten Weltkrieg entfesseln.

Dringlichkeit

Während diese neuen Artikel auf Dalios früherer Arbeit in ihrer Pessimismus und der Nutzung historischer Zyklen als analytisches Prisma aufbauen, wirkt der Ton dringlicher. Er spricht von spezifischen kurzfristigen Entscheidungen und Wendepunkten, die darüber entscheiden werden, ob ungezügelter Krieg noch abgewendet werden kann. Es gibt auch eine explizitere Diskussion darüber, wie innenpolitische Parteienpolarisierung die globale Stabilität beeinflusst.

Dalio macht weiterhin weitreichende Behauptungen über die Wahrscheinlichkeit von Bürgerkrieg, Großmächtekrieg usw., ohne immer konkrete Datenquellen oder Belege über historische Anekdoten hinaus zu liefern. Sein Leistungsausweis in der makroökonomischen Analyse verleiht ihm jedoch Glaubwürdigkeit. Und er identifiziert zu Recht beunruhigende reale Trends wie das zunehmende nukleare Säbelrasseln Russlands.

Die Reaktionen von politischen Experten auf Dalios Perspektiven sind gemischt. Manche sehen einen Wert in der „über den Dingen schwebenden" geopolitischen Analyse, die er aus dem privaten Sektor heraus liefert. Andere argumentieren jedoch, dass seine Schlussfolgerungen über das hinausgehen, was aktuelle Daten stützen, und dass Vorhersagen eines unmittelbar bevorstehenden Großkrieges verfrüht oder übertrieben sind.

Meine Perspektive

Ich muss zugeben, dass ich in diesem Thema noch Lernender bin und nicht behaupte, alle Antworten zu haben. Aber aus dem, was ich gelesen und beobachtet habe – nach Jahren des Lebens sowohl in Asien als auch in den USA – glaube ich, dass Dalio eine scharfe Fähigkeit besitzt, einen nuancierten globalen Blick zu nehmen, der in historischen Mustern verwurzelt ist. Sein Rahmen ist wirklich nützlich, um das heutige chaotische Geschehen einzuordnen.

Allerdings denke ich, dass seine drastischen Warnungen vor einem weltweiten Zusammenbruch in Krieg teilweise als bewusst provokativ betrachtet werden sollten und nicht als Prophezeiung. Seine weitreichenden Aussagen über Bürgerkrieg in den USA oder globale Konflagration minimieren manchmal die stabilen institutionellen Kräfte, die noch existieren. Reformen mögen schmerzhaft langsam sein, aber ich glaube, dass Wege kurz vor einem totalen Systemversagen oder Krieg wahrscheinlich noch existieren. Damit könnte ich falsch liegen, aber so sehe ich es im Moment.

Dennoch sollten wir jetzt besorgter sein als noch vor sechs Monaten.

Fazit

Dalios neueste Artikel bieten echten Denkstoff darüber, wohin die Dinge sich entwickeln, auch wenn seine Dringlichkeit eine gewisse Skepsis verdient. Ich denke, der beste Ansatz ist, die großen Bildanalysen, in denen er brilliert, aufzusaugen und dabei Raum für optimistischere Szenarien zu bewahren.

Was denkst du – ist Dalio zu alarmistisch, oder machen wir uns nicht genug Sorgen? Ich würde deine Perspektive gerne hören.

Viele Grüße,

Chandler

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